24.05.2018

Sie müssen auch alles selbst verkaufen?

Verkaufsexperte Marcus Kutrzeba über verbreitete Irrglauben in Vertrieb und Verkauf und wie man besser verkaufen kann.

„Vertrieb und Verkauf sind geprägt von Irrglauben!“, ist der Verkaufsexperte Marcus Kutrzeba überzeugt, dem das Verkaufen durch seinen Vater nicht nur in die Wiege gelegt wurde, sondern nach eigener Aussage sogar „Teil seiner DNA“ ist. Seit mehr als zehn Jahren gibt Kutrzeba sein Know-how als selbstständiger Verkaufstrainer weiter und hilft Unternehmen dabei, passende Verkaufsstrategien zu entwickeln.

Ein Irrglaube, der ihm bei seiner Arbeit mit Vertriebsleitern besonders oft begegne, sei die Annahme, alles nur selber verkaufen zu können bzw. müssen. „Das ist Blödsinn! Man darf gar nicht alles selber verkaufen. ‚Müssen‘ und ‚selber‘ sind Worte, die Vertriebsleiter daran hindern, das Potenzial ihrer Mitarbeiter zu erkennen. Die sollte jeder aus seinem Wortschatz streichen“, sagt Kutrzeba.

Stattdessen rät er, den Fokus auf das Potenzial der Mitarbeiter und die Aufmerksamkeit der Kunden zu legen. „Zunächst einmal geht es beim Verkaufen nicht ums ‚Ver-kaufen‘, sondern ums ‚Kaufen‘. Ein Verkäufer hilft einem Kunden dabei, eine Entscheidung zu treffen und zu kaufen“, erklärt der erfahrene Verkaufsexperte. Und das gehe wiederum nur über Aufmerksamkeit, führt er weiter aus: „Wenn man bei seinen Kunden Aufmerksamkeit generiert, sodass sie den Nutzen eines Angebots für sich selbst erkennen, muss man sie nicht mehr überzeugen, sondern ihnen nur noch bei der Entscheidung helfen.“ Die Produkte oder Dienstleistungen verkaufen sich dann quasi von selbst.

Vielen Vertriebsleitern sei aber nicht klar, wie sie Aufmerksamkeit bei ihren Kunden erlangen oder sie glauben, das funktioniere nur über Marketing. „Marketing kann natürlich ein Instrument sein, aber bei dem gewünschten Zielpublikum kann man auch auf anderen Wegen für Aufmerksamkeit sorgen.“ Als mögliche Wege nennt Kutrzeba beispielhaft Kunden-Events und -Veranstaltungen, Hardcopy-Aussendungen zu Geburtstagen oder anderen Gelegenheiten. „Nur nicht zu Weihnachten, das macht jeder – und es geht schließlich darum, angenehm anders als alle anderen aufzufallen!“, schließt Kutrzeba.

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